Ritchie Blackmore – Rockstar werden war nie mein Traum

Ritchie Blackmore. Gitarrenlegende. Mit seinen Riffs schrieb der Brite bei DEEP PURPLE Rockgeschichte. Heute ist der Saiten-Magier 71. Im Interview gibt sich der einstige Bad Boy äußerst entspannt und überraschend sympathisch. “The Man in Black“ spricht über seine Anfänge bei Jerry Lee Lewis, die Faszination für Übersinnliches und das Mittelalter, seine Bewunderung für Beckenbauer und Matthäus, Arthritis, Rainbow, Geister im Schloß, seine Hassliebe zu Ian Gillan – und was er in der DEEP PURPLE-Garderobe einst mit einem Teller Spaghetti anstellte…

 

Ein Interview von Alex Gernandt

 

Mr. Blackmore, mit Deep Purple gehören Sie zu den Erfindern des Hardrock. Stimmt es, dass Sie „Smoke on the water“, ihren berühmtesten Song mal als „lausig und langweilig“ bezeichnet haben?

Ritchie Blackmore: Ja! Er kann wirklich lausig und langweilig sein, wenn man ihn jeden Abend spielen muss. Ich fand es irgendwann ermüdend, „Smoke on the water“ zu spielen. Viel lieber war mir „Child in time“. Leider hatte Ian Gillan irgendwann nicht mehr die Stimme, um es live zu singen. Auf der Bühne kam er zu mir und sagte „Ritchie, no ,Child’ tonight!“ Einmal habe ich mir den Spaß erlaubt, die ersten Takte des Stücks zu spielen, dann stieg Jon Lord am Keyboard ein – Ian ist fast verzweifelt… Er hatte die Nacht durchgesoffen und war nicht bei Stimme (lacht). Ich fand es schade für unsere Fans, weil sie diesen Song hören wollten!

Exakt 40 Jahre nach ihrem vielgepriesenen „Rising“-Album haben sie 2016 Ihre Band Rainbow wiederbelebt – obwohl sie fast 20 Jahren nur noch Folk-Rock spielen. Was hat Sie zum Hardrock zurückgebracht?

Blackmore: Das nur bedingt mit Nostalgie zu tun. Ich hatte einfach nochmal Lust zu rocken, bevor es meine Arthritis nicht mehr zulässt. Zuvor musste ich mich in New York einer Operation am linken Ringfinger unterziehen. Wäre die OP schiefgelaufen, hätte ich nie wieder Gitarren spielen können. Aber der Chirurg ist ein Freund von mir, wir spielen zusammen Fußball. Das schafft Vertrauen. Und er hat sich wirklich große Mühe gegeben.

Bei Ihrem Rainbow-Revival sind Sie das einzige Original-Mitglied…

Blackmore: Ich habe mit Ronnie Romero einen exzellenten Sänger gefunden. Seine Stimme hat mich so sehr überzeugt, dass ich mir das Rainbow-Comeback überhaupt erst vorstellen konnte. Meine Frau hatte ihn und seine Band Lords Of Black über YouTube entdeckt. Als ich ihn singen hörte, war ich sofort begeistert! Er kommt übrigens aus Chile.

Treue Fans kritisieren allerdings, dies sei nicht mehr als eine bessere Coverband…

Blackmore: Man darf nicht vergessen, dass ich bei Rainbow immer mit neuen, unbekannten Sängern gearbeitet habe. Angefangen bei Ronnie James Dio bis hin zu Joe Lynn Turner. Die waren zuvor auch alle unbekannt. Ich entdecke eben gern neue Talente. Das motiviert und inspiriert mich. Die Reunion-Konzerte liefen klasse, daher legen wir 2017 live nochmal nach. Meine Band Blackmore’s Night gibt es aber nach wie vor.

Im Gegensatz zu Deep Purple sind Sie bei Rainbow der uneingeschränkte Boss. Kommt da das Alphatier in Ihnen durch?

Blackmore: Bei Purple gab es immer fünf Stimmen und folglich meist fünf Meinungen. Das ist auf Dauer anstrengend. Als ich mich 1975 bei Deep Purple verabschiedete und mit Rainbow anfing, war mir totale Kontrolle wichtig. Ich sehe mich zwar nicht unbedingt als den geborenen Anführer, aber ich möchte schon, dass Dinge so umgesetzt werden, wie ich sie mir vorstelle. Dafür trage ich am Ende auch die volle Verantwortung.

Sind Sie demnach ein Perfektionist?

Blackmore: Ich mag dieses Wort nicht. Ich würde mich eher als penibel bezeichnen.

Und wie macht sich das in der Zusammenarbeit bemerkbar?

Blackmore: Wenn ich merke, dass einer meiner Mitmusiker auf der Bühne nicht alles gibt, werde ich sauer. Aber genauso, wenn ich selbst mal nicht gut spiele. Ich muss während eines Konzerts ein gutes Gefühl haben. Das beflügelt mich. Die Fans haben das Recht auf die beste Leistung, denn schließlich zahlen sie Eintritt. Das muss man respektieren.

Gerade bei Deep Purple kam es des öfteren vor, dass Sie Zugaben verweigerten!

Blackmore: Absolut. Eine Zugabe sollte keine Selbstverständlichkeit sein, sondern eine Belohnung – für die Fans und für die Band. Wenn ich merke, dass das Publikum nicht aufmerksam zuhört, ärgert mich das. Genauso, wenn die Band halbherzig spielt. Dann gibt’s eben keine Zugabe. Like it or not!

Wie würden Sie sich denn selbst bezeichnen?

Blackmore: Als ziemlich gradlinig und ehrlich, wenn auch manchmal unberechenbar. Ich sage immer klar meine Meinung. Bei mir weiss jeder, woran er ist. Ich kritisiere mich auch selbst und spiele niemandem etwas vor. Das war schon immer so.

Sie haben Ihren eigenen Kopf…

Blackmore: Ich war fünf Jahre alt, als mich meine Mutter bat, für ein Familienfoto zu lachen. Ich sagte nein, warum sollte ich? Ich war schon immer ein ernsthafter Mensch, aber nicht so schlecht gelaunt, wie oft behauptet wird (lacht). Ich lache übrigens öfter, wenn ich betrunken bin.

Haben Sie denn jemals mit Drogen experimentiert?

Blackmore: Nein, ich habe mich immer aufs Trinken konzentriert. Drogen machen mir Angst. Weil man schnell die Kontrolle über sich verliert. Eine für mich unerträgliche Vorstellung.

Sie waren doch sicher ständig umgeben von Kokain…

Blackmore: Aber ich bleib immer standhaft. Ich brauche das Zeug nicht. Auch kein LSD. Meine Fantasie ist auch ohne schon lebhaft genug. Die einzige „Droge“, die ich auf Tour zu mir nehme, ist eine Schlaftablette, wenn ich mal nicht schlafen kann.

Sprechen wir über Deutschland. Sie sind bekannt für Ihre innige Beziehung zu unserem Land. Wie kommt’s?

Blackmore: Ich kam als junger Musiker, mit 17, 18 nach Hamburg, um dort mit meiner Band einige Gigs zu spielen. Kurz nach den Beatles. Hamburg war damals schon eine echte Musik-Metropole und England im Vergleich langweilig und steif. Ich verliebte mich in ein Mädchen namens Margit und heiratete sie. Mir gefiel die deutsche Mentalität: hart arbeiten und hart feiern! Ich mag auch die deutsche Architektur, die Marktplätze, die Fachwerkhäuser, dazu klassische Komponisten wie Bach und Beethoven, nicht zu vergessen das gute Bier und die Küche: Bratwurst, Brathering – und Kohlrouladen, die sind bis heute mein Lieblingsgericht.

Stimmt es, dass Sie in Hamburg damals auch mit einer Stripperin liiert waren?

Blackmore: Das war gegen Ende der Sechzigerjahre. Sie hiess Bärbel und wurde nach der Scheidung von Margit meine zweite Ehefrau. Ich habe ihr viel zu verdanken. Denn als es bei mir nicht so gut lief, hat sie für meinen Unterhalt gesorgt. Das war kurz vor der Gründung von Deep Purple.

Mitte der 80er kamen Sie mit Deep Purple nach Hamburg zurück, um dort das Comeback-Album „Perfect Strangers“ zu mixen.

Blackmore: Ich erinnere mich gut an die Zeit in den „Tennessee“- Studios und an einen ganz bestimmten Mitarbeiter namens Drafi Deutscher…

„Marmor, Stein und Eisen bricht“…

Blackmore: Genau! Mir war damals gar nicht bewusst, wie berühmt er als Schlagersänger eigentlich war.

Es ist ja kaum zu glauben, dass Sie selbst auch Schlager hören…

Blackmore: Ich weiß. Die Leute denken, ich verarsche sie, wenn ich das erzähle. Aber es stimmt. Ich erinnere mich gern an Roy Black oder Rex Gildo. Schlager ist die deutsche Soul-Musik. Das hat viel mit Tradition zu tun. In den USA, wo ich heute lebe, ist HipHop mittlerweile Tradition. Aber ich bin sicher, ich werde irgendwann ein Heilmittel dagegen finden… (lacht).

Als Fußball-Fan hat es Ihnen auch deutscher Fußball angetan…

Blackmore: Absolut. Ich verfolge regelmäßig Spiele der Bundesliga. In den USA muss ich immer Soccer sagen. Football ist bei denen was ganz anderes: Spieler in komischen Weltraumanzügen jagen einem Ei hinterher, fangen es und fallen zu Boden. Und das alle drei Sekunden. Ich werde die amerikanische Sportkultur nie verstehen. Wenn ich mir dagegen einen Franz Beckenbauer ansehe, wie der damals elegant mit dem Außenrist präzise Pässe schlug, das hatte was. Er war für mich auf dem Platz wie ein Musiker, der einen eigenen Rhythmus hat. Ich habe ihn leider nie persönlich getroffen, aber jemand schenkte mir sein signiertes Originaltrikot von 1972. All the best to Ritchie. Es hängt eingerahmt bei mir zu Hause.

Mit Lothar Matthäus sind Sie privat befreundet.

Blackmore: Ja. Ich habe ihn in den 90ern durch Didi Zill, einen befreundeten Fotografen, kennengelernt. Das war während seiner Zeit bei Inter Mailand. Wir haben stundenlang über Fußball und Musik fachsimpelt. Er kannte erstaunlich viele meiner Songs. Als ich ihn mal zu einem Konzert einlud, meinte er: wenn ich komme, müsst ihr aber auch wirklich gut sein! Er sprach wie ein echter Leitwolf. Das hat mir gefallen.

Ihre Faszination für das Mittelater erstaunt viele. Wenn Sie sich in eine Zeitmaschine setzen könnten, in welcher Epoche würden Sie gerne landen?

Blackmore: Dazu brauche ich keine Zeitmaschine. Ich war bereits 1563 erstmals in Deutschland.

Wie bitte?

Blackmore: Ja, in meinem früheren Leben! Da war ich als Minstrel, als Spielmann unterwegs. Ich zog von Ort zu Ort und versuchte, mich mit dem Musizieren irgendwie über Wasser zu halten. Ich führte ein einfaches Leben, aber ich war zufrieden.

Erstaunliche Geschichte! Das Leben war damals ja alles andere als komfortabel…

Blackmore: Wohl wahr! Das Leben war sehr hart, aber das machte mir nichts aus. Die Musik, also mein Metier, war dafür viel besser. Ich liebe Renaissance-Musik, den Klang von Schalmei und Dudelsack. Alles war einfacher. Es gab kein Radio, keine lästigen PR-Manager. Man konnte spielen, was man wollte. Aber mit dem Feudalsystem und den ständigen Kriegen hätte ich sicher irgendwann meine Probleme gehabt. Mit unserer Band Blackmore’s Night holen wir uns jetzt dieses Mittelalter-Feeling zurück – aber ohne Kriege, abgeschlagene Köpfe, Pest und Cholera.

Zurück in Ihre jüngere Vergangenheit. Sie sind in Heston in der Nähe von London aufgewachsen. Haben sie gute Erinnerungen an Ihre Jugend?

Blackmore: Teils, teils. Meine Familie war okay, aber die Schule habe ich gehasst. Ich hatte Angst davor, so zu werden wie meine spießigen, verbohrten Lehrer. Ich wollte mir nichts vorschreiben lassen und auch nicht benotet werden für meine Leistungen. Das war mir zuwider. Deshalb bin ich ja beim Rock’n’Roll gelandet. Weil er Freiheit bedeutet.

Träumten Sie davon, Rockstar zu werden?

Blackmore: Nein, eher Rockmusiker. Berühmt wollte ich nie sein. Ich hörte gern Elvis, Gene Vincent, Buddy Holly. Und als ich Tommy Steele, das britische Teenidol im Fernsehen sah, wusste ich, dass ich auch Gitarre spielen und auf einer Bühne rumhüpfen will.

Also schenkte Ihnen Ihr Vater die erste Gitarre.

Blackmore: Richtig. Da war ich elf. Mein Vater verlangte von mir, dass ich das Instrument auch richtig lerne. Also radelte ich auch bei Wind und Wetter gut zehn Kilometer zum Gitarrenunterricht. Mein Lehrer hieß Jimmy Sullivan, auch bekannt als Big Jim Sullivan. Er war sehr streng und meinte, wenn ich nicht fleißig übe, brauche ich nicht wiederzukommen. Die Ansage saß!

Zu Beginn Ihrer Karriere spielten Sie in der Band The Outlaws und begleiteten damals immerhin Rock’n’Roll-Legende Jerry Lee Lewis auf dessen Deutschland-Tour…

Blackmore: Ja, das hatten wir unserem Manager Don Arden zu verdanken. Er ist der Vater von Ozzy Osbournes Frau Sharon und ein Typ, mit dem nicht zu spaßen war. Er vermittelte uns damals an den „Killer“, wie man Jerry Lee ja noch heute – und nicht zu unrecht – nennt. Ich bin damals fast erstarrt vor Ehrfurcht. Ich hatte gehört, dass er Musikern, die er nicht mag, ganz gern mal in die Fresse haut…

Und wie war das bei Ihnen? Erinnern Sie sich Ihr erstes Treffen mit dem “Killer“?

Blackmore: Klar. Wir probten mit ihm und ich spielte gerade ein Gitarrensolo, als er plötzlich ganz unvermittelt von seinem Piano aufstand und zu mir rüberkam. Er streckte mir die rechte Hand zum Gruß entgegen. Ich schüttelte sie, spielte dabei aber das Solo weiter – einhändig! Das hat ihm imponiert. Und von da an war alles gut…

In Ihrer direkten Nachbarschaft wuchsen zur gleichen Zeit Jimmy Page, Eric Clapton und Jeff Beck auf…

Blackmore: Verrückt, oder!? Ich lernte Jimmy Page kennen, als er in der Band The Crusaders spielte. Ich habe sofort erkannt, dass er eine gewisse Star-Qualität besaß. Er wirkte schon in jungen Jahren sehr selbstbewusst und souverän auf der Bühne.

Im Gegensatz zu Ihnen?

Blackmore: Klar. Ich war ein Einzelgänger, extrem schüchtern und introvertiert. Erst als ich mit 16, 17 bei The Savages, der Band des Sängers Screaming Lord Sutch einstieg, änderte sich das allmählich. Wir mussten damals lächerliche Fell-Kostüme tragen und sahen aus wie Höhlenmenschen. Ich war spindeldürr und überall guckten bei mir die Knochen raus. Sutch forderte von mir, dass ich mich auf der Bühne mehr bewegen und eine Show abziehen solle. Als ich das machte, sie die Fans ausgeflippt. Da wurde mir bewusst, dass man auf der Bühne etwas bieten muss.

Mit Ihrem Freund Jimmy Page verbindet Sie der Hang zum Übersinnlichen…

Blackmore: Ich habe mich allerdings nie wie er mit Okkultismus beschäftigt, sondern lediglich Séancen abgehalten, spiritische Sitzungen.

Was passiert dabei?

Blackmore: Man kommuniziert mit Geistern und Wesen aus der Vergangenheit, wenn man die Gabe dazu hat. Es ist eine Art der Telepathie. Faszinierend. Ich habe da schon sehr interessante Gespräche geführt. Man kann sich aber nicht hinsetzen und sagen, ich möchte jetzt mit Jimi Hendrix sprechen.

Bei den Aufnahmen zum Rainbow-Album „Long live Rock’n’Roll“ soll es damals unerklärliche Vorfälle gegeben haben…

Blackmore: Stimmt, das war 1977. Wir hatten das Studio im Chateau d’Herouville bei Paris angemietet, ein altes, verwittertes Schloss. Elton John, Uriah Heep und David Bowie hatten dort schon gearbeitet. Ich war mit Ronnie James Dio, Drummer Cozy Powell und dem Keyboarder Tony Carey angereist. Aber alles lief irgendwie schief, nichts schien zu klappen. Also machte ich eine Séance, bei der ganz deutlich der Name „Baal“ zu vernehmen war. Das war der Geist, der für das ganze Chaos verantwortlich war. Warum auch immer. Es war im Schloss so unheimlich, dass wir erst bei Tageslicht zu Bett gingen. Tony wurde das schließlich alles zu viel und er verliess entnervt die Band…

Weltlicher ging es dagegen bei Deep Purple zu. Sprechen wir über Ihre Hassliebe zu Sänger Ian Gillan…

Blackmore: Hassliebe ist der richtige Ausdruck. Wir hassten und wir liebten uns. Das Problem war, dass wir beide Anführertypen sind. Deshalb gab es zwischen uns dauernd Meinungs-verschiedenheiten und Stress, oft auch aus Trotz. Jon Lord war meist auf meiner Seite. Er war ein Follower und auch das ausgleichende Medium, wenn wieder mal die Fetzen flogen.

Apropos. Ein Höhepunkt war sicher Ihre spektakuläre „Spaghetti-Aktion“ vor einem Konzert. Erinnern Sie sich?

Blackmore: Wie könnte ich das vergessen. Es passierte irgendwann 1993 auf der „Battle rages on“-Tournee in Cleveland, übrigens meine letzte Tour mit Purple. Ich bat meinen Roadie, mir was zu Essen zu holen. Er lief also ins Catering und machte mir einen Teller Spaghetti. Gillan fragte ihn, für wen das sei. Er meinte: für Ritchie. Da nahm Gillan eine Flasche Tomatenketchup und entleerte sie komplett auf meinen Teller…

… den Ihr Roadie dann zu Ihnen in die Garderobe brachte!

Blackmore: Genau. Ich sah das und war sofort auf 180.
Ich stürmte samt Teller ins Catering, machte Ian ausfindig und fragte noch, ob er das gewesen sei. Als er bejahte, drückte ich ihm die Spaghetti samt Ketchup mitten ins Gesicht…

Wie hat Gillan reagiert?

Blackmore: Vorbildlich! Er blieb ganz ruhig und wischte sich stoisch Nudeln und Ketchup aus den Augen. Ich ging schon in Position und war auf eine körperliche Auseinandersetzung gefasst. Aber Ian, von der Statur her der Stärkere von uns beiden, blieb gelassen. Daraufhin habe ich mich bei ihm entschuldigt und ihm gesagt, dass er gewonnen habe, weil er Gewalt vermied! Wir mussten beiden lachen, begruben das Kriegsbeil – und sind raus auf die Bühne…

Mal ehrlich: Schmerzt es, dass Sie 2016 bei der Aufnahme von Deep Purple in die “Rock’n’Roll Hall Of Fame“ nicht dabei sein durften…

Blackmore: Überhaupt nicht, wirklich! Was soll das, Rock’n’Roll Hall Of Fame? Wer bestimmt denn da, welche Band da wann reinkommt? Das ist doch Unfug. Rock’n’Roll sollte in meinen Augen alles sein – aber kein elitärer Club!!.